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05.11.2008 Die Zukunft unserer Kinder liegt in Ihrer Hand!Mit diesem Appell wandte sich die LERS heute an die FDP-Mitglieder, die am Samstag während eines Landesparteitages in Düsseldorf über die zukünftige liberale Schulpolitik in NRW entscheiden werden. Grundlage ist ein am 13.10.08 vom Landesvorstand beschlossener Leitantrag, der unter anderem die Einführung einer „Mittelschule“ vorsieht, in der Haupt-, Real- und Gesamtschulen zusammengefasst werden können. Die Entscheidung darüber soll in Zukunft bei den Kommunen liegen.
Die LERS sieht in diesem Konzept eine große Gefahr für die autonomen Realschulen, die vor allem dann besteht, wenn sich die Entscheidungsträger von anderen als bildungspolitischen Aspekten leiten lassen. Die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Betroffenen, insbesondere der Eltern, sind bekanntlich schulgesetzlich beschränkt: In den Schulkonferenzen haben sie nur einen Stimmanteil von 33%, in den Kommunen werden sie gar nicht gefragt. Zwar sollen die Schulformzweige auch in der Mittelschule differenziert erhalten bleiben, doch ist der Schritt eine „Mittelschule“ in eine Gesamtschule umzuwandeln, bei entsprechendem politischem Willen ein sehr kleiner. Neben der „Mittelschule“ will die FDP das Gymnasium stärken. Dort sollen die Klassen kleiner und die Lehrer von zusätzlichem Personal unterstützt werden. „Warum nur am Gymnasium?“ fragt die LERS. Sie fordert kleinere Klassen und mehr Personal vor allem für die Realschulen, die seit langem in den entsprechenden Bilanzen die rote Laterne tragen.
In ihrem Appell fordert die LERS die FDP-Mitglieder auf, das Konzept der „Mittelschule“ abzulehnen um die Existenz der Realschulen nicht zu gefährden. Sie zeichnet in einer ausführlichen Stellungnahme zum Leitantrag, die zu erwartenden Konsequenzen auf und bittet die FDP-Mitglieder um eine verantwortungsbewusste Entscheidung. Die LERS hatte bereits vor einem Jahr, als die bildungspolitischen Pläne des Landesvorsitzenden Andreas Pinkwart bekannt wurden, mit öffentlichem Protest reagiert. Ein Schreiben an den Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle blieb seit Januar dieses Jahres unbeantwortet. Die angebotene sachliche Diskussion wurde auch vom Landesvorstand nicht angenommen und die Bitte nach Genehmigung eines Informationsstandes am Rande das Parteitages abgeschlagen. Deshalb unterzog sich das Team der LERS in mühevoller, ehrenamtlicher Kleinarbeit der Aufgabe, die Mail-Adressen von ca. 1.600 FDP-Mitgliedern zu ermitteln, um sich mit dem aktuellen Appell direkt an diese wenden zu können. Die Aktion wird von namhaften Organisationen unterstützt.
Das Mailing wurde heute versandt. Die bereits jetzt vorliegenden äußerst positiven und ermunternden Reaktionen zahlreicher Empfänger geben Anlass zur Hoffnung. Die LERS wird Sie hier über den Fortgang der Ereignisse auf dem Laufenden halten.
Laden Sie hier als PDF: Appell an die FDP-Mitglieder Stellungnahme Leitantrag der FDP |