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September 2007

Doppelte Abiturjahrgänge -

Was geht uns das an? 

Mit dem neuen Schulgesetz wurde auch in NRW die Schulzeit am Gymnasium von 9 auf 8 Jahren verkürzt. Oberflächlich betrachtet erscheint es zunächst so, als seien die Realschulen von dieser Maßnahme „nur“ insoweit betroffen, als die Stundentafeln für alle Schulen der Sekundarstufe I verändert und der Übergang von einer Realschule auf ein Gymnasium erschwert worden sind.

Für die Schülerinnen und Schüler, die im Jahr 2007 an den Real- und Hauptschulen in NRW aufgenommen worden sind, ergeben sich jedoch noch viel weitreichendere Konsequenzen aus der Schulzeitverkürzung an den hiesigen Gymnasien:


Im Jahr 2013 werden allein in NRW ca. 60.000 Abiturienten mehr aus den Schulen entlassen als in den Vorjahren.

Zeitgleich mit dem doppelten Abiturjahrgang werden die Realschüler des Einschulungsjahrgangs 2007 ihre Schulen verlassen und versuchen müssen, auf dem Arbeits- bzw. Ausbildungsmarkt Platz zu finden. Dort werden sie zusammentreffen mit Abiturienten, die wegen ihrer besonders großen Zahl keine Studienplätze finden und die Wartezeit mittels einer Ausbildung überbrücken wollen. Für zahlreiche Betriebe werden die vergleichsweise älteren und vermeintlich besser qualifizierten Ausbildungsplatzbewerber vom Gymnasium eine höhere Attraktivität besitzen. Viele von diesen ABI-Azubis werden zwar später die Betriebe wieder verlassen um eine akademische Ausbildung anzuschließen, jedoch verdrängen sie die Absolventen von Real- und Hauptschulen in Warteschleifen, aus denen diese nur schwer wieder herauskommen.

Erschwert wird die Situation dadurch, dass in den meisten anderen Bundesländern bereits in den Jahren 2008 - 2012 durch doppelte Abiturientenjahrgänge ein Run auf die Studienplätze entsteht, der sich auch auf die Hochschulplätze in NRW auswirkt. Der Rückstau nicht untergebrachter Abiturienten aus allen Bundesländern wird nach NRW ausstrahlen und dort mit den eigenen Studienplatzbewerbern zusammentreffen.

Alle bisher geplanten Maßnahmen erscheinen nur als halbherzig und unzulänglich zielführend.

So wurde zwar ein Hochschulpakt begründet, der bundesweit 90.000 zusätzliche Studienplätze schaffen soll. Allerdings ist die Finanzierung erst bis 2010 gesichert. Gemessen an der zu erwartenden großen Zahl von Studienplatzbewerber kann dies nur als „Tropfen auf den heißen Stein“ betrachtet werden.

Noch gibt es keine Vereinbarungen mit der Wirtschaft darüber, wie der steigenden Nachfrage nach Ausbildungsplätzen begegnet werden soll. Ebenso wenig gibt es Konzepte für all die Sekundärprobleme, mit denen in diesem Zusammenhang zu rechnen ist. Eine große Zahl von Jugendlichen wird von ihren Schulen in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, wenn nicht rechtzeitig präventive Maßnahmen ergriffen werden, für die jetzt noch Zeit genug ist.

Die „doppelten Abiturjahrgänge“ sind ein Problem, das an den Gymnasien entsteht und nicht auf Haupt- und Realschüler verschoben werden darf. Bisher hat unser Schulministerium die Problematik nur mit den Gymnasialverbänden erörtert. Die LERS wird sich jetzt ganz konkret in diese Diskussion einmischen und fordern, dass auch die Belange der Realschüler in Folge der Schulzeitverkürzung am Gymnasium berücksichtigt werden.


Unterstützen Sie unsere Initiative für Ihre Kinder !

Thematisieren Sie das Problem im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, in dem Sie bereits jetzt Ausbildungsbetriebe darauf aufmerksam machen, Ihre Landtagsabgeordneten in die Verantwortung nehmen, in Ihren Schulen Strategien entwickeln und unsere Aktionen verfolgen, über die wir auf unserer Homepage berichten.

 

Weitere Informationen finden Sie in Kürze rechts unter dem Stichwort "2013" 


cj

Letztes Update ( Montag, 17 September 2007 )